Medikamente

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Finasterid

Finasterid ist ein 5α-Reduktasehemmer und greift in den hormonellen Stoffwechsel des Sexualhormons Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) ein. Nach dem aktuellen Kenntnisstand der Forschung reagieren bestimmte Haarfollikel auf DHT mit der Reduzierung der Anagenphase (Wachstumsphase). Diese Empfindlichkeit der Haarfollikel ist erblich. Finasterid hemmt den Abbau des Testosterons in DHT. Die Haarfollikel können dann mit einer Verlängerung der Anagenphase reagieren. Ist das Haarfollikel jedoch kaum noch aktiv, kann meistens nichts mehr erreicht werden. Finasterid muss solange genommen werden, wie der Mann seine Haare behalten möchte. Dadurch verschiebt Finasterid den Beginn des androgenetischen Haarausfalls des Mannes in spätere Jahre. Wird die Behandlung unterbrochen, erhöht sich der DHT-Spiegel im Blut, und auch die nachgewachsenen Haarfollikel können wieder ausfallen. Erste Erfolge können erst ab einer Einnahmedauer von 3–6 Monaten beobachtet werden.

Im Rahmen mehrjähriger internationaler Studien konnte bei 80–90 % der Anwender ein Stopp des fortschreitenden Haarausfalls und bei etwa 65 % sogar eine Verdichtung der Kopfbehaarung durch eine Verdickung zuvor geschrumpfter Haare erreicht werden. Bei Männern über 45 Jahren ist keine Wirkung dokumentiert.

Minoxidil

Bei Männern im Alter von 18–49 Jahren kann Minoxidil den Verlauf der anlagebedingten Glatzenbildung (Alopezie) für Kopfhautflächen von einem Durchmesser von 3–10 cm stabilisieren.[6]

In einer Produktbeschreibung heißt es beispielhaft:

„Regaine Männer stabilisiert den Verlauf der anlagebedingten Glatzenbildung (androgenetische Alopezie) im Tonsurbereich der Kopfhaut von 3-10 cm Durchmesser bei Männern im Alter von 18-49 Jahren. In der Mehrzahl der Fälle kann durch eine Behandlung eine Verlangsamung des Haarverlusts resultieren und entgegengewirkt werden. Jedoch wird nur bei wenigen Patienten ein befriedigendes Resultat zu erwarten sein… Für die Glatzenbildung im Schläfenberich (Geheimratsecken) liegen keine klinischen Erfahrungen zur Wirksamkeit vor.“[7]

Laut Hersteller wird der Haarausfall bei 70–80% der Fälle aufgehalten. Bei bis zu 30% stellt sich Haarneuwuchs ein. Es wird allerdings bei weniger als 10% ein befriedigendes Ergebnis erzielt. Die besten Ergebnisse sind für dunkelhaarige Menschen unter 50 Jahren zu erwarten, bei denen der Haarausfall weniger als 10 Jahre zurückliegt.[6]

Bei Frauen kann Minoxidil den Verlauf einer anlagebedingten diffusen Kopfhaarverdünnung im Scheitelbereich stabilisieren und dem Fortschreiten einer Glatzenbildung entgegenwirken.